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kurz erklärt: Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen

Wenn du dich für Klettersteige interessierst, fragst du dich vielleicht schnell, welcher Klettersteig ist eigentlich für mich geeignet? Doch keine Sorge auf diese Frage gibt es eine relativ einfache Antwort. Denn jeder Klettersteig hat einen eigenen Schwierigkeitsgrad. Welche Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen vorkommen und worauf du bei der Auswahl deines Klettersteigs achten solltest, erkläre ich dir heute.

Somit solltest du am Ende dieses Beitrags ein gutes Verständnis vom Thema Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen haben und in etwa Wissen was dich bei welchem Schwierigkeitsgrad erwartet.

Ein Klettersteig ist ein Kletterweg oder ein Abschnitt am Fels, welcher mit Ketten, Stahlseil, Stahlstiften, Eisenstiften oder Klammern zusätzlich abgesichert ist. Kurzum, ein Kletterabschnitt, welcher durch zusätzliche Sicherungen zugänglicher und sicherer gemacht wurde. Übrigens hört man im Zusammenhang mit Abschnitten am Berg immer wieder die Formulierung, dass ein Abschnitt „versichert“ ist. Das heißt natürlich nicht, dass irgendeine Versicherung am Berg greift, es geht viel mehr um die Sicherungsmaßnahmen durch Stahlkabel oder Ähnliches.

Im Zusammenhang mit Klettersteig hört man auch immer wieder Via Ferrata. Denn dies ist die italienische Bezeichnung für Klettersteige. Übrigens heißt Via Ferrata übersetzt Eisenweg. Eigentlich eine ziemlich treffende Bezeichnung. Damit nicht langweilig wird, gibt es allein in der Alpenregion etwa 1000 Klettersteige, davon entfallen gut 500 auf Österreich. Wie du siehst, ist das Thema Klettersteig eine Outdooraktivität, welche sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Mehr über Klettersteige und welche Ausrüstung du benötigst erfährst du in unserem Beitrag über Klettersteige für Anfänger.

Welche Systeme gibt es für Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen?

Für Klettersteige gibt es bisher leider noch keine einheitlichen Skalen. Doch keine Sorge! Denn beim genaueren Betrachten unterscheiden sich die gängigsten Systeme kaum. Denn der Unterschied liegt hauptsächlich in der Bezeichnung da die meisten Skalen in Europan 6 Stufen für die Einteilung nutzen. In der Regel sind die Stufen 1 – 2 für Anfänger geeignet, 3 – 4 für Fortgeschrittene und die Stufen 5 – 6 sind nur etwas für erfahrene Profis mit entsprechender Ausdauer und Technik.

Das heißt, wie du gleich sehen wirst können die Skalen von Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich analog benutzt werden. Wie die Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen in den einzelnen Ländern bewertet werden schauen wir uns nun an.

Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen
Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen
Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen

Übersicht der Schwierigkeitsgtrade bei Klettersteigen

Schwierigkeit Schall
Österreich
Hüsler
Deutschland & Schweiz
Italien Frankreich Beschreibung
leicht
(für Anfänger)
A K1 F F Alles von flach bis steil, gut abgesichert, teilweise kurzzeitig ausgesetzt.
wenig schwer
(für Anfänger)
B K2 PD PD / AD Steileres Gelände mit kleineren Tritten und weiteren Abständen zwischen Griffen & Tritten.
schwer
(für Fortgeschrittene)
C K3 D D Teilweise sehr steil mit kleinen Tritten und auch längeren ausgesetzten Passagen.
sehr schwer
(für Fortgeschrittene)
D K4 MD TD Senkrecht und teilweise überhängend, sehr viel ausgesetzt.
extrem schwer
(für Profis)
E K5 ED ED Tritte teilweise nur durch Reibung, es wird deutlich häufiger steil und überhängend.
noch schwerer
(für Profis)
F K6 ED ED In erster Linie überhängend, sehr starker Kletteranteil.

Ein paar Worte zu den leichten Schwierigkeitsgraden

Du wirst immer wieder mal lesen, dass Klettersteige der Grade A / B bzw. K1 / K2 auch ohne Sicherheitsausrüstung begangen werden können. Möglich ist das natürlich schon. Ich rate aber dringend davon ab. Denn es kann immer mal zu einem Unfall kommen, welcher ohne Ausrüstung schnell zu einem Absturz führen kann. Immerhin ist die Nutzung eines Klettersteigsets keine wahnsinnig große Anstrengung, nutze also einfache Klettersteige lieber dafür, um dich in der Nutzung der Sicherungsausrüstung zu üben, damit es dir auf schwereren Strecken leichter fällt.

Was beeinflusst den persönlichen Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen?

Persönliche Fähigkeiten

Klettersteige fordern unabhängig vom Schwierigkeitsgrad deine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel ist auf einigen Klettersteigen ein sicherer Tritt viel wichtiger als eine hohe Ausdauer. Wieder andere Klettersteige fordern mehr Kraft und beim dritten Klettersteig muss man nur schwindelfrei sein. Aus diesem Grund kann die persönliche Empfindung über die Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen ganz anders ausfallen als die offizielle Bewertung. Eben je nachdem, ob der Klettersteig deine persönlichen Stärken oder Schwächen fordert.

Wetter

Das Wetter kann einen einfachen Klettersteig zu einer knallharten Tour verwandeln. Generell ist das optimale Wetter für Klettersteige trocken und mild. Knallt die Sonne zu sehr auf den Klettersteig, können Stahl und Fels sehr unangenehm werden. Ist es hingegen Nass, verwandelt sich der Klettersteig in eine einzige Rutschpartie. Daher entsprechen die Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen dem Schwierigkeitsgrad bei guten Bedingungen.

Verkehr auf dem Klettersteig

Erstens gibt es auf dem Klettersteig keine Überholspur. Zweitens ist ein Klettersteig in der Regel eine Einbahnstraße. Daher kann gerade bei viel Verkehr auf dem Klettersteig schnell mal mit Wartezeiten zu rechnen sein, welche die Begehung (unnötig) in die Länge ziehen. Das zehrt natürlich an der Ausdauer und sollte vor allem bei beliebten Klettersteigen mit in Betracht gezogen werden.

Fazit: Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen sind überhaupt nicht kompliziert

Felix Autor

Auch wenn es erst mal kompliziert wirkt, Schwierigkeitsgrade bei Klettersteigen sind nicht weiter kompliziert. Denn eine Wertung in 6 Stufen ist uns ja schon seit der Schulzeit geläufig. Natürlich in etwas abgewandelter Form.

Falls du noch am Anfang deiner Erfahrungen mit Klettersteigen stehst, empfehle ich dir eine Route der Schwierigkeitsgrade K1 – K2. Doch wenn du schon Klettererfahrung hast, kannst du auch mit einer K3 einsteigen. Auf jeden Fall solltest du dich an schwerere Klettersteige rantasten und dich nicht selbst überschätzen. Ein Abbruch oder eine Selbstrettung ist an einem Klettersteig nicht so leicht.

2022-04-04T15:56:07+02:0004.04.2022|am Fels, Klettern, Klettersteige|0 Kommentare

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