Was hilft gegen Zecken? Vorbeugung, Nachsorge, Tipps!

Oh Schreck! Nach deiner wunderbaren Wanderung schaust du unter der Dusche an dir runter und findest eine Zecke. Doch was hilft gegen Zecken? Wie kann man Zeckenbefall vermeiden? Und was in dieser Situation häufig die dringlichste Frage ist, wie bekomme ich dieses Vieh wieder von mir runter? Ein Zeckenbiss ist in keinem Fall ein Grund zur Panik, eine Sache, die du ernst nehmen solltest, ist es aber dennoch.

Damit die Frage „Was hilft gegen Zecken?“ In Zukunft beantworten kannst und weniger Angst haben musst, haben wir dir diesen Beitrag verfasst. Also, aufgepasst!

was hilft gegen Zecken

Leider steigt die Gefahr durch Zeckenbisse jedes Jahr weiter an. So wurden in Deutschland in 2021 ganze 704 FSME-Erkrankungen gemessen. Das ist ein Anstieg von 58% gegenüber 2019 und die höchste Anzahl an FSME-Erkrankungen seit knapp 20 Jahren. Doch neben FSME, also Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, sind auch Krankheiten wie zum Beispiel LYME-Borreliose, Ehrlichiose und Babesiose eine durch Zecken ausgehende Gefahr.

Durch eine Impfung vorbeugen kann man allerdings nur FSME. Spricht der Arzt also von einer Zeckenschutzimpfung, ist eigentlich eine FSME Impfung gemeint. Keine Sorge, wir schauen uns allerdings später noch an, wie du dich effektiv vor Zecken schützen kannst und was du im Falle eines Zeckenbefalls tun solltest, um so sicher zu sein wie möglich.

Fest steht jedoch eins. Findet man eine Zecke an sich ist das immer schlecht, nervt und macht den meisten Menschen Angst. Damit du dir keine Sorgen machen musst fassen wir heute das wichtigste zusammen.

Eine Sache möchte ich an dieser Stelle nicht tun. Die oben genannten, durch Zecken übertragenen Krankheiten sind keine Kleinigkeit. An dieser Stelle möchte ich auf die genauen Krankheitsverläufe und möglichen Spätfolgen nicht im Detail eingehen. Du sollst während des Lesens keine Gänsehaut kriegen oder dich nicht mehr in die Natur trauen. Glaube mir einfach, du willst keine der genannten Krankheiten bekommen. Sofern du mehr über die einzelnen Krankheiten erfahren willst, erfährst du alles Nötige unter diesem Link: HIER

Was sind FSME Risikogebiete?

Du fragst dich, in welchen Gebieten du besonders auf eine FSME Erkrankung achten musst? Zu diesem Zweck werden vom RKI regelmäßig Risikogebiete ausgewiesen. Auf der unten aufgeführten Karte von Zecken-Radar.de findest du nähere Informationen welche Gebiete betroffen sind. Wie du sehen kannst sind speziell die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg betroffen. Zusätzlich breitet sich das Problem immer weiter aus. In 2021 wurden vom RKI 5 neue Landkreise als Risiko Gebiet ausgewiesen. Sobald der Status einmal erreicht wurde bleibt er für 20 Jahre bestehen. Aufgrund des stetigen Wachstums an FSME Erkrankungen ist allerdings von einer baldigen Besserung ohnehin nicht auszugehen.

Wie wird ein Landkreis zum Risikogebiet? Sofern in einem Zeitraum von 5 Jahren mehr als 5 FSME-Fälle pro 100.000 Einwohner registriert werden, erklärt das RKI diesen Landkreis als Risikogebiet. Die Aktualisierung der Landkreise findet dabei jährlich statt.

Du musst allerdings keine Panik bekommen wenn du in einem FSME Risikogebiet von einer Zecke gestochen wirst. Innerhalb der FSME Risikogebiete tragen 0,1% bis 3% der Zecken das FSME Virus in sich. Allerdings gibt nicht jede Zecke im Falle eines Befalls genug Viren ab um Gefährlich zu sein.

Übersichtskarte der FSME Risikogebiete

Was hilft gegen Zecken? Vorbeugende Maßnahmen!

Hausmittel

Immer wieder hört man von den merkwürdigsten Hausmitteln gegen Zecken. Zum Beispiel Bernstein, obwohl eine Wirkung nie nachgewiesen werden konnte oder Schwarzkümmelöl, welches ich schon alleine deshalb nicht als Hausmittel bezeichnen möchte, weil es in so ziemlich keinem Haushalt existiert.

Ein wirklich wirksames Hausmittel, welches inzwischen in vielen Haushalten vertreten ist, ist das beliebte Kokosöl. Die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure hat eine nachgewiesene Wirksamkeit und hält bis zu 6 Stunden an. Einfach etwas Kokosöl auf die Haut auftragen. Bei kurzen Hosen also gerne auf die Beine schmieren oder auf Nacken & Ausschnitt auftragen.

Zecken Abwehrmittel / Repellent

Ein Zwecken Abwehrmittel ist natürlich immer eine Möglichkeit, sich brauchbar gegen Zecken zu schützen. Bedenke dabei jedoch. Genau wie bei dem Hausmittel Kokosöl ist die Abwehrkraft nur Lokal. Das heißt, die Abwehr findet nur dort statt, wo du auch gesprüht hast. Gelangt eine Zecke auf eine unbehandelte Hautstelle, ist die Gefahr durch die Zecke unvermindert vorhanden. Daher solltest du die Abwehrmittel auch auf Stellen auftragen, die von der Kleidung verdeckt werden. Zumindest stellen, an welchen die Kleidung verrutschen kann. Zum Beispiel die Ärmel oder Hosenbeine.

Außerdem wichtig, ein Repellent wirkt nur einige Stunden. Häufig übrigens deutlich kürzer als Kokosöl. Daher solltest du genau die Packungsbeilage beachten und ggf. „nachlegen“ wenn nötig.

Kleidung

Der absolut beste Schutz gegen Zecken ist deine eigene Kleidung. Trage vornehmlich lange Kleidung und stecke am besten die Hosenbeine in die Schuhe noch besser in die Socken. Das sieht zwar unter Umständen ziemlich bescheuert aus. Mit FSME im Bett zu liegen ist allerdings auch nicht gerade als „cooler Look“ zu verbuchen. In jedem Fall solltest du deine Kleidung nach einem Besuch im Wald absuchen. Denn die Zecken sind ziemlich standhaft und können lange in der Kleidung verweilen. Selbst ein Waschgang überleben die Zecken oft. Nur bei einem Waschgang ab 60 °C werden die Zecken zuverlässig beseitigt.

Was hilft gegen Zecken? Keine Panik im Falle einer Zecke!

Jetzt geht es ans eingemachte. Was tun wenn dich eine Zecke gestochen hat. Hier unsere Tipps wie du dich verhalten solltest.

Rechtzeitig suchen, rechtzeitig entfernen

Die Gefahr eines Zeckenstichs hängt wesentlich von der Saugdauer ab. Daher solltest du sofort, wenn du die Zeit hast, deinen Körper auf Zecken untersuchen. Für schwer einsehbare Stellen hilft hier ein Handspiegel. Hast du eine Zecke entdeckt, entferne diese sofort. Je schneller die Zecke entfernt wurde, umso geringer ist die Gefahr.

Die Zecke richtig entfernen.

Zur Entfernung von Zecken gibt es allerhand Hilfsmittel. Damit dir die Zeckenentfernung gelingt solltest du dir genau die Anleitung deines Hilfsmittels durchlesen. Wenn du für die Entfernung eine einfache Pinzette benutzt solltest du auf folgendes Achten. Du solltest die Zecke so hautnah wie möglich packen und dann kontrolliert, nicht ruckartig, herausziehen. Zieh einfach gleichmäßig und mit nachdruck an der Zecke. Greife ganz nah an der Haut zu damit die Zecke nicht gequetscht wird. Bei solchen Manövern könnte die Zecke sonst in Panik geraten und mehr Speichel absondern. Da die Viren sich im Speichel befinden wollen wir das in jedem Fall vermeiden. Sei nicht verwundert wie gut die Zecke sich festhalten kann. Einfach langsam und kontrolliert weiter ziehen.

Wenn du dir unsicher bist schau dir bei Youtube ein Video zum entfernen von Zecken an. Hier ein Video der Techniker Krankenkasse. (Mit der wir nichts zutun haben!)

Keine Panik wenn etwas stecken bleibt

Natürlich versuchst du die gesamte Zecke zu entfernen. Manchmal bricht allerdings etwas ab. Der kleine schwarze Teil in der Wunde ist keinesfalls der Kopf. Das ist nur eine urbane Legende. Der in der Wunde verbleibende Teil ist der Stechrüssel (Hypostom). Lass den Rüssel einfach stecken, wenn er nicht von alleine raus will. In der Wunde rumbohren führt nur zu Entzündungen und schlechter Wundheilung. Deine Haut wird der Fremdkörper während der Heilung einfach abstoßen, ohne dass du es merkst. Vom Stechrüssel geht keine Gefahr für dich aus!

Kosten für den Jakobsweg
Kosten für den Jakobsweg
Kosten für den Jakobsweg

Was hilft gegen Zecken? In den Wochen danach.

Risikobewertung

Wie gefährlich nun eine einzelne Zecke ist, lässt sich nie mit Gewissheit sagen. Ein paar Anhaltspunkte gibt es allerdings schon. Wenn du nicht in einem Risikogebiet warst, ist die Gefahr an FSME zu erkranken, schon mal bedeutend geringer. Ist die Zecke noch sehr klein, heißt das in der Regel, dass die Zecke sehr jung ist. Ausgewachsene Zecken liegen zwischen 2,4mm und 3,6mm. Jüngere Zecken (Nymphen und Larven) liegen zwischen 0,5 und 1,5mm. Jüngere Zecken haben seltener oder weniger viele Viren in sich. Eine kleinere Zecke ist also ein gutes Zecken. Leider sind diese häufig auch etwas schwieriger zu entfernen. Ein weiterer Punkt ist die Saugzeit. Wenn du die Zecke in den ersten 12 Stunden entfernst sinkt das Risiko auf die Übertragung von Krankheiten beträchtlich.

Dennoch gilt, auch bei einer winzigen Zecke die fast sofort entfernt wird kann es zu Komplikationen kommen. Eine Garantie gibt es generell nicht.

Nicht rumpopeln!

Lass die Stelle, an der die Zecke dich gestochen hat, einfach in Ruhe. Auch wenn der Stechrüssel stecken bleibt. Lass es einfach in Ruhe. Durch rumpopeln oder rumbohren sowie ständiges Aufkratzen kann auf gar keinen Fall ein positiver Effekt auftreten. Die Stelle heilt nur schlechter ab und entzündet sich im schlimmsten Fall weiter. Also Hände über die Bettdecke!

Achte auf Symptome

Achte in den ersten 6 bis 7 Wochen nach dem entfernen der Zecke genau auf deinen Körper. Wenn du Wanderröte, also einen roten entzündeten Kreis mit etwas Abstand um die Einstichstelle feststellst, geh sofort zum Arzt. Die Wanderröte wird auch Erythema migrans. Wenn du dir unsicher bist, vergleiche die Einstichstelle mit Bildern von google. Bist du dann immer noch skeptisch, ist ein Besuch mehr beim Arzt sicher die beste Wahl.

Sollten sich in den ersten 6 bis 7 Wochen nach der Zecke grippeähnliche Symptome oder Fieber zeigen, solltest du ebenfalls sofort zum Arzt. Erzähle dann umgehend von dem Zeckenstich, damit der Arzt herausfinden kann, ob es sich um eine einfache Grippe oder eine durch die Zecke ausgelöste Krankheit handelt. Vorsicht ist hier besser als Nachsicht. Also nicht tapfer sein, sondern gleich zum Arzt gehen, wenn sich etwas andeutet.

Am besten trägst du dir den Zeckenstich in den Kalender ein, damit du später noch weißt, wie lange der Befall her ist.

Unsere Zecken Checkliste

  • Vorbeugen durch richtige Kleidung & Kokosöl

  • Direkt nach der Heimkehr / Einkehr auf Zecken untersuchen

  • ggf. gegenseitig kontrollieren oder einen Handspiegel zur Hilfe nehmen

  • Zecken ggf. umgehend entfernen dabei…

  • Zecke dicht an der Haut packen und kontrolliert, gerade herausziehen

  • keine Panik wenn etwas stecken bleibt

  • Kleidung kontrollieren oder bei 60 Grad waschen

  • In den nächsten 6 – 7 Wochen auf Wanderröte & Grippeähnliche Symptome achten.

  • Im Falle von Symptomen sofort den Arzt aufsuchen.

Fazit: Was hilft gegen Zecken? Vorbeugen & Ruhe bewahren

Felix Autor

Halten wir also Fest. Zecken nerven phänomenal!

Es ist immer total ätzend, eine Zecke an sich zu finden. Es macht keinen Spaß, stresst wahnsinnig und man läuft wochenlang mit einem unguten Gefühl herum. Um so wichtiger ist es, sich vorab gut zu schützen. Also Socken über die Hose und den Partner oder die Partnerin vor dem Wandern noch mal intensiv mit Kokosöl einreiben.

Sollte es dann doch zu einem Zeckenbefall kommen, schnell reagieren und nicht in Panik verfallen. Danach einfach sorgfältig und ehrlich auf Symptome achten und nicht zögern, zum Arzt zu gehen.

Wenn du dich an die Tipps aus unserem Bericht hältst, ist das Risiko zumindest deutlich minimiert.

Also weiterhin viel Spaß in der der Natur!